15Feb

Neuer Name der LAG:WfbM Niedersachsen

LAG Arbeit | Bildung | Teilhabe Niedersachsen

Neuer Name der LAG:WfbM Niedersachsen

Die Landesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen (LAG:WfbM) Niedersachsen hat sich einen neuen Namen gegeben, sie heißt jetzt

„Landesarbeitsgemeinschaft Arbeit | Bildung | Teilhabe Niedersachsen“.

Der neue Name LAG Arbeit | Bildung | Teilhabe Niedersachsen bringt zum Ausdruck, dass die LAG sich schon seit längerem nicht mehr nur als Interessensvertretung von Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) versteht, sondern sich im weiten Sinne für die Teilhabe am Arbeitsleben von Menschen mit Behinderung aktiv engagiert. Das Spektrum reicht von Menschen mit schwerer Behinderung/hohem Assistenzbedarf in Tagesförderstätten über WfbM und sogenannten anderen Leistungsanbietern (§ 60 Sozialgesetzbuch IX) bis hin zu Menschen mit Behinderung im Übergang zum allgemeinen Arbeitsmarkt. Dabei legt die LAG Arbeit | Bildung | Teilhabe wie auch schon in der Vergangenheit besonders großen Wert auf die berufliche Bildung und deren kontinuierlich qualitative Weiterentwicklung für den gesamten Personenkreis. Eine qualitativ hochwertige berufliche Bildung ist Voraussetzung einer gelingenden Teilhabe am Arbeitsleben zusammen mit einer gleichzeitig förderlichen Persönlichkeitsentwicklung.

Der Dreiklang Arbeit | Bildung | Teilhabe in seiner Gesamtheit erfasst all diese Aspekte und beschreibt von daher viel treffender das Aufgabengebiet der LAG.

Der Weg zum neuen Namen der LAG:WfbM Niedersachsen

Nach Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) durch die Bundesrepublik Deutschland im Jahre 2009 hat sich die LAG:WfbM Niedersachsen bereits im Jahre 2010 im Rahmen einer landesweiten Gegenwartskonferenz mit allen LAG:WfbM-Mitgliedern aus Niedersachsen und Bremen konstruktiv mit der Frage auseinandergesetzt, was die UN-BRK in der Konsequenz insbesondere auch für die Einrichtungen bedeutet und wie die LAG:WfbM als auch ihre Mitglieder Geist, Inhalt und Ziel der UN-BRK aktiv umsetzen können.

Ein wichtiges Ergebnis der Gegenwartskonferenz war ein umfangreiches LAG:WfbM-Positionspapier „Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Werkstätten in Niedersachsen und Bremen“ mit Maßnahme-Empfehlungen an die Landespolitik, die Wirtschaft, den DGB und die Einzelgewerkschaften, die Spitzen-, Fach- und Trägerverbände sowie nicht zuletzt an die Werkstätten für Menschen mit Behinderung und ihre Träger.

Auch nach 2012 hat sich die LAG:WfbM kontinuierlich und aktiv für die Umsetzung der UN-BRK auf allen Ebenen eingesetzt. Ob bei der Erstellung und Weiterentwicklung des Aktionsplans Inklusion des Landes Niedersachsen, bei der Weiterentwicklung des Budgets für Arbeit in Niedersachsen auch durch politische Initiativen, einer gemeinsamen Fachtagung mit dem Sozialministerium zur Umsetzung des Budgets für Arbeit in 2018, oder bei vielen weiteren Impulsen und Aktivitäten. Immer hat sich die LAG:WfbM als Motor zur Umsetzung eines inklusiven Arbeitsmarktes verstanden und eingebracht.

Es geht ihr schon längst nicht mehr um „Werkstatt“ (als Gebäude), sondern um die Idee von inklusiver „Werkstattleistung“ als ein Teilhabe-Angebot, das sich z. B. durch betriebsintegrierte Qualifizierungs- und Beschäftigungsangebote für Menschen mit Behinderung und für andere bildungsferne Personenkreise sowie durch Außenarbeitsplätze und Außenarbeitsgruppen konzeptionell bereits erheblich weiterentwickelt hat. Eine Reduzierung auf den Begriff Werkstatt erfasst diese Entwicklung und diese Idee in der Komplexität der Teilhabeleistung vom Verständnis her dagegen nicht.

Die LAG:WfbM hat der Beruflichen Bildung für Menschen mit Behinderung schon seit langem einen hohen Stellenwert beigemessen und sich dafür engagiert. Von den Kammern landesweit zertifizierte Qualifizierungsbausteine und akkreditierte Qualifizierungsgänge für WfbM-Beschäftigte sind nur einige Beispiele von Initiativen der LAG:WfbM in den letzten Jahren, die zu konkreten Ergebnissen geführt haben. Folgerichtig hat die LAG:WfbM inzwischen auch einen Landesausschuss Berufliche Bildung WfbM zur weiteren Koordinierung und Standardisierung der Beruflichen Bildung für Menschen mit Behinderung in Niedersachsen installiert.

Wenn die UN-BRK von gleichberechtigter Teilhabe für alle Menschen mit Behinderung spricht, dann waren und sind für die LAG:WfbM insbesondere auch Menschen mit hohem Assistenzbedarf im Fokus. Die LAG:WfbM wendet sich seit langem ganz energisch dagegen, diesen Personenkreis per gesetzlicher Regelung grundsätzlich von Beruflicher Bildung und Möglichkeiten der Teilhabe am Arbeitsleben auszuschließen. Mit dem LAG:WfbM-Modellprojekt „Unterstützer Übergang von Tagesförderstätten in das Eingangsverfahren von WfbM für Menschen mit hohem Assistenzbedarf“ wird derzeit versucht, für diese Problemlage eine Lösung zu finden.

Mitglieder der LAG:WfbM waren bisher im wesentlichen Werkstatt-Träger mit und ohne angeschlossene Tagesförderstätten/ Fördergruppen sowie Träger von solitären Tagesförderstätten. Nach der neuen LAG-Geschäftsordnung können Mitglied Rechtsträger der Leistungserbringer zur Arbeits- und Berufsförderung von Menschen mit Beeinträchtigung in Niedersachsen werden. Als Einrichtungen dieser Leistungserbringer gelten u. a. Werkstätten, andere Leistungsanbieter (§ 60 SGB IX), Integrationsunternehmen und –dienste sowie Anbieter von tagesstrukturierenden Leistungen.

Mit dem Verständnis und Engagement der LAG:WfbM von und für Inklusion und Teilhabeleistung sowie mit der sich noch weiter verändernden Mitgliederstruktur war der bisherige Name der LAG „Werkstätten für behinderte Menschen“ nicht mehr vereinbar. Es geht nicht mehr nur um „Werkstätten“, sondern um Inklusion, Arbeit und Beschäftigung, Berufliche Bildung und Qualifizierung, Teilhabe am Arbeitsleben, gesellschaftliche und soziale Teilhabe von Menschen mit Behinderung bis zu Menschen mit hohem Assistenzbedarf.

Der jetzt beschlossene neue Name „Landesarbeitsgemeinschaft Arbeit | Bildung | Teilhabe Niedersachsen“ beinhaltet all diese Aspekte und bringt sie viel besser zum Ausdruck. Die LAG Arbeit | Bildung | Teilhabe freut sich über diesen neuen Namen und trägt ihn mit Stolz.

15. Februar 2020 // News, Politik