31Jan

Vorstands-Klausur LAG A | B | T 29./30.01.2020

Vorstands-Klausur LAG A | B | T  Januar 2020

Umfangreicher Maßnahmenplan verabschiedet

Nach der Neuwahl des geschäftsführenden LAG A | B | T –Vorstandes hat der LAG-Gesamtvorstand am 29./30.01.2020  eine Klausur durchgeführt, um insbesondere wichtige Themen und Prioritäten für seine neue Legislaturperiode festzulegen. Schwerpunkte dabei waren die BTHG-Umsetzung sowie die Qualitätsentwicklung in verschiedenen Arbeitsfeldern der Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit Beeinträchtigung. Auf dieser Grundlage wurden Konsequenzen für Arbeits- und Kommunikationsstrukturen der LAG A | B | T erarbeitet und schließlich ein umfangreicher Maßnahmenplan erstellt. Begleitet wurde die Vorstandsklausur von der Moderatorin Heike Stark, die auch bereits die Vorstands-Klausur im Jahr 2014 erfolgreich moderiert hatte.

Nach einer ersten Kennlernrunde insbesondere für die neuen Vorstandsmitglieder wurde zum Thema BTHG-Umsetzung in einem ersten Schritt der Entwurf eines Eckpunktepapiers der LAG Freie Wohlfahrtpflege (LAG FW) Niedersachsen zu Verhandlungen zum Landesrahmenvertrag aus Sicht der LAG A | B | T ergänzt, die Ergänzungen werden über den Fachausschuss Behindertenhilfe in die LAG FW eingebracht. Nach Abstimmung der Zeitpläne von LAG FW sowie LAG A | B | T und nach Auftragsklärung mit der LAG FW plant die LAG A | B | T, als Vorarbeit für die LAG FW neue Leistungsbeschreibungen für WfbM, Tagesförderstätten, WfbM mit Tagesförderstätte sowie die Vereinbarungen für andere Leistungsanbieter und Zuverdienstprojekte nach dem BTHG zu erstellen.

Die Entwürfe dieser neuen Leistungsbeschreibungen und Vereinbarungen sollen noch vor der Sommerpause 2020 den LAG A | B | T –Mitgliedern in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung vorgestellt und mit ihnen diskutiert werden. Danach erfolgt der Entwurf einer möglichen Verpreislichung der aktualisierten Leistungsbeschreibungen und Vereinbarungen, Ziel ist die Erstellung von personenzentrierten Leistungsbeschreibungen/Vereinbarungen in Verbindung mit ICF-Kriterien inklusive deren modellhafter Erprobung. Die Ergebnisse hieraus sollen im Rahmen einer zweiten außerordentlichen Mitgliederversammlung voraussichtlich im Frühjahr 2021 den LAG A | B | T –Mitgliedern vorgestellt werden.

Beim Thema Qualitätsentwicklung ist vorgesehen, für die Arbeitsfelder Berufliche Bildung, Arbeitsbegleitende Angebote, Übergänge allgemeiner Arbeitsmarkt, Menschen mit hohem Assistenzbedarf, WfbM-Entgeltordnung sowie Werkstatträte landesweite Standards als Empfehlung und Orientierung für die Mitglieder zu entwickeln.

Die von der RAG Süd-West erarbeiteten Standards für Werkstatträte liegen bereits vor und werden derzeit landesweit eingeführt, eine Arbeitsgruppe mit Fachleuten aus Mitgliedseinrichtungen arbeitet bereits zum Thema Standards für Arbeitsbegleitende Angebote in WfbM. Mit dem Thema Erarbeitung von Standards zur Beruflichen Bildung WfbM wird der LAG A | B | T -Landesausschuss Berufliche Bildung WfbM beauftragt, Ergebnisse hierzu sollen bis zum Sommer 2021 vorliegen. Zur Erarbeitung von Standards zum Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt ist nach Abfrage von bereits bestehenden Ist-Ständen in den RAGs im Herbst 2020 eine landesweite Arbeitsgruppe aus Mitgliedern der RAGs sowie dem LAG A | B | T -Vorstand ab Anfang 2021 geplant. Für die Erarbeitung von Standards zur WfbM-Entgeltordnung ist ein landesweiter zweitägiger Workshop vorgesehen, der möglichst bis Sommer 2020 stattfinden soll. Standards zum Thema Menschen mit hohem Assistenzbedarf wird aller Voraussicht nach das LAG A | B | T –Modellprojekt unterstützter Übergang Tagesförderstätte – Eingangsverfahren WfbM liefern.

Im Zusammenhang mit dem Thema Qualitätsentwicklung wurde auf der Vorstandsklausur auch die LAG A | B | T –Broschüre „WfbM-Benchmarking Teilhabe am Arbeitsleben“ abschließend beraten. Die Broschüre wird beim Gespräch des LAG A | B | T –Vorstandes mit der Sozialministerin Dr. Reimann am 19.02.2020 vorgestellt und ihr übergeben sowie danach auch breit verteilt.

Der zweite Klausurtag begann mit der Auseinandersetzung der Rolle der LAG A | B | T für die Mitgliedseinrichtungen. Die LAG A | B | T bereitet Informationen auf (z. B. Newsletter) und ist – auf Grundlage gemeinsamer Beschlüsse - die Interessenvertretung der Mitglieder. Sie organisiert Meinungsbildungsprozesse und erarbeitet (mit dem Ziel, einheitliches Vorgehen zu erreichen) Vorschläge zur Umsetzung (Qualitäts-Standards) von Themen und bietet diese Vorschläge an, dabei bietet sie auch Beteiligung und Mitgestaltungsmöglichkeiten zu allen Themen an.

Im Anschluss wurde auch das aus den Vorjahren stammende Selbstverständnis der LAG A | B | T überprüft, überarbeitet und aktualisiert. Dabei war es wichtig, dass das in kurzer Form neu formulierte Selbstverständnis auch die Begriffe Arbeit, Bildung und Teilhabe aus dem neuen Namen der LAG A | B | T beinhaltet. Die LAG A | B | T ist danach Wegbegleiter und Teil eines barrierefreien und durchlässigen Arbeitsmarktes für alle und setzt sich für den unverzichtbaren Rechtsanspruch auf Bildung und individuelle Teilhabe am Arbeitsleben ein. Sie steht ein für ein Werteverständnis, das auf Selbstbestimmung, Eigenverantwortung und Augenhöhe basiert, sie ist der Partner für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Wichtige Ergebnisse der sich anschließende Diskussion zu den Arbeitsstrukturen der LAG A | B | T waren die Modernisierung der IT-Strukturen in der LAG A | B | T –Geschäftsstelle sowie eine Erfassung der Arbeitsstrukturen der einzelnen RAGs mit dem Ziel zu vergleichbaren Strukturen zu kommen, die einheitlichere und effizientere Arbeitsweisen ermöglichen. Grundsätzlich wurde beschlossen, dass die RAGs für die von ihr eingesetzten Arbeitsgruppen und Unterstrukturen verantwortlich sind, die LAG für die von ihr eingesetzten Arbeitsgruppen. Im Zusammenhang mit den Arbeitsstrukturen wurde auch die Liste der bestehenden LAG A | B | T –Arbeitsgruppen aktualisiert.

Beim Thema Kommunikation wurde vereinbart, dass zukünftig alle die Erfolge der LAG A | B | T –Arbeit besser kommunizieren und zum Beispiel auch den LAG-Newsletter  aktiver füttern. Außerdem sollen die Fachausschüsse in den Verbänden wirksamer genutzt werden, indem eine bessere Ergebnisweitergabe aus den Fachausschüssen erfolgt, um Handlungsnotwendigkeiten erkennen zu können. Auch soll eine bessere Abstimmung der LAG A | B | T –Aktivitäten in den Fachausschüssen der Verbände erfolgen und vereinbarte Grundsatzpositionen möglichst gleichzeitig und gleichlautend überall kommuniziert werden.

Nach kurzer Diskussion wurde auch beschlossen, dass alle Mitglieder der LAG A | B | T am Projekt SCHICHTWECHSEL 2020 teilnehmen können.

Zum Abschluss der Tagung wurde aus den vereinbarten Vorhaben und Aktivitäten ein umfangreicher Maßnahmenplan mit den Kriterien „Wer macht was mit wem bis wann ?“ zur Bearbeitung wichtiger Themen der LAG A | B | T erstellt und verabschiedet. Der Maßnahmenplan bildet eine gute Übersicht und Orientierung der ambitionierten Vorhaben der LAG A | B | T in der nächsten Zeit und nimmt eine entsprechende Aufgabenverteilung vor. Der LAG A | B | T –Vorstand hat sich damit intensiv darauf vorbereitet, um die anstehenden Anforderungen aktiv bewältigen zu können.

Am Schluss der Klausurtagung bekundeten alle Teilnehmer/innen ihre hohe Zufriedenheit über die erreichten, konkreten Arbeitsergebnisse und die kollegiale Arbeitsatmosphäre während der Klausurtagung. Mit dem Dank des Vorsitzenden Michael Korden an alle Teilnehmer/innen sowie insbesondere an die Moderatorin Heike Stark für die kompetente und zielsichere Begleitung endete die Klausurtagung.

Das neue Selbstverständnis der LAG A | B | T Niedersachsen finden Sie hier.

31. Januar 2020 // News, Praxis und Konzepte, Politik